Das Bodengutachten

Bevor mit dem Bau des Traumhauses begonnen werden kann, stehen zuallererst die Erd- & Kanalarbeiten an. Bei den Erdarbeiten wird euer Grundstück für die spätere Bodenplatte oder den Keller vorbereitet. Sozusagen der „Kick-off“ für eure Bauzeit.

Die Erdarbeiten sind ein wichtiger Kostenpunkt der zu den Baunebenkosten gezählt werden kann und nicht unterschätzt werden sollte. Um die Beauftragung der Erdarbeiten müssen sich die Bauherren in der Regel meist selbst kümmern. Da viele Erdbauunternehmen derzeit mit Aufträgen überschüttet werden, lohnt es sich frühzeitig Angebote von den Unternehmen einzuholen. Wir haben uns insgesamt von vier Erdbaubetrieben ein Angebot erstellen lassen. Wie sich herausstellte, hat sich der Vergleich für uns auf alle Fälle gelohnt.

Leider können alle Betriebe den späteren Aufwand immer nur auf Basis der Pläne sowie des Bodengutachtens abschätzen. Trotzdem ist es wichtig, dass man ein umfangreiches Angebot mit den jeweiligen Einzelpreisen erhält. So könnt Ihr bereits vorab grob kalkulieren, was im Falle von Mehraufwendungen auf euch an Kosten zukommt. Ich habe mich mit jeder Firma persönlich am Grundstück getroffen. So hatte jeder die Chance, sich vor Angebotserstellung einen Überblick über das Grundstück und unser Bauvorhaben zu verschaffen. Da unser Grundstück eine leichte Hanglage hat und vergleichsweise relativ groß ist, war es besonders wichtig, dies bereits vorab mit den Erdbauern zu begutachten. Um von ihnen ein in etwa ähnliches Angebot zu erhalten ist es hilfreich, vorab gewisse Vorgaben zu machen.

Folgende Vorgaben waren mir für die Angebotserstellung wichtig:

  • Durchführung der Erdarbeiten
  • Durchführung der Kanalarbeiten
  • Vorbereitung für Bodenplatte (Schotterschicht)
  • Vorbereitung für Strom,- & Telefonanschluss (Leerrohr)
  • Einbau einer Zisterne
  • Setzen von Streifenfundamenten für die Garage
  • Ggf. Entsorgung von Aushub

Selbstverständlich könnt Ihr von euerem Erdbauer noch weitere Wünsche mit anbieten lassen. Wir werden uns z.B. noch zusätzlich den Hauseingang sowie die Garagenzufahrt schottern lassen. Diese Punkte werden aber ins Angebot nur mit aufgenommen wenn man sie beim Erdbauer mit anspricht. Deshalb lohnt sich ein vor-Ort Termin um dabei alle Details für den Auftrag genau durchzusprechen. Sprecht auch mit dem Erdbauer über den geplanten Termin, da viele Betriebe bereits Monate im Voraus ausgebucht sind. Für uns ist es sehr wichtig, dass sie zuverlässig arbeiten und bei Baubeginn auch wirklich rechtzeitig zur Verfügung stehen.

Das Bodengutachten als Basis für jedes Erdbau-Angebot

Ein ausführliches Bodengutachten benötigt in der Regel jedes Erdbauunternehmen um euch ein detailliertes Angebot erstellen zu können. Wir haben unser Bodengutachten direkt bei der Firma Haas mit beauftragt. In diesem Fall hat sich die Firma Haas um die Abwicklung gekümmert. Manchmal lohnt es sich allerdings, ein Bodengutachten bereits vor dem Kauf des Grundstücks zu beauftragen. Denn das Bodengutachten gibt Aufschluss darüber, welche Beschaffenheit der Baugrund vorweist. Plant Ihr beispielsweise den Bau eines Kellers ist es hilfreich, bereits vorab zu wissen ob der Boden steinig oder aber vielleicht mit einem hohen Grundwasserspiegel beschaffen ist. Sollte dies der Fall sein kann man sich entweder gegen einen Grundstückskauf entscheiden oder aber etwaige Mehrkosten bei der Finanzierung direkt mit einkalkulieren. Ein Bodengutachten kostet in der Regel je nach Umfang 1000-3000 Euro.

Was beinhaltet das Bodengutachten?
Bei manchen Punkten die in unserem Gutachten aufgeführt sind verstehe ich selbst nur Bahnhof. Für den Erdbauer sowie die Baufirma beinhaltet es allerdings wichtige Informationen zum späteren Bau des Hauses.

Folgende Informationen kann ein Bodengutachten enthalten:

  • Beschreibung des Bauvorhabens sowie des Geländes
  • Art der durchgeführten Untersuchungen
  • Geologische & hydrogeologische Situation des Grundstücks
  • Bodenmechanische Eigenschaften der Böden (Bodenklasse, Material, Konsistenz etc.)
  • Gründung (Wichtig für Bodenplatte & Bettungspolster unter Bodenplatte)
  • Wassereinwirkung/Bauwerksabdichtung
  • Frosteinwirkung
  • Erdbau
  • Wasserhaltung
  • Versickerung
  • Erdbebenzone
  • Kampfmittelsituation
  • Bergbauliche Einflüsse

Wie man sieht wird das Grundstück bei einem Bodengutachten genau durchleuchtet. In der Regel ist man vor Baubeginn sogar verpflichtet, der Baufirma ein gültiges Bodengutachten vorzulegen. Euch selbst bietet dieses Gutachten selbstverständlich auch eine Gewissheit über evtl. zu erwartende Mehrkosten.

Tipps für den Erdbau:

  • Holt euch mehrere Angebote ein
  • Kümmert euch frühzeitig um die Beauftragung
  • Definiert den Auftragsumfang genau
  • Führt mit den Erdbauunternehmen ein vor-Ort Termin am Grundstück durch
  • Ein Bodengutachten ist Pflicht